Speziesismus und Karnismus als Ursachen der Tierausbeutung

Noch immer werden unzählige Tiere von uns Menschen ausgebeutet, gequält und umgebracht – und all das vollkommen unnötig. Warum ist das so, was sind die dahinterliegenden Ursachen dieses Problems? Dies erfährst du in unserem neuen Blogartikel.

 

 

Die diskriminierende Ideologie Speziesismus

Der Begriff Speziesismus wurde von dem Psychologen Richard Ryder bereits im Jahre 1970 geprägt, doch erst einige Jahre später durch den Ethiker Peter Singer populär. Singer definiert den Terminus Speziesismus als „ein Vorurteil oder eine Befangenheit gegenüber den Interessen von Mitgliedern der eigenen Spezies, gerichtet gegen die Interessen der Mitglieder anderer Spezies.“*

Das bedeutet, dass die Zugehörigkeit eines Wesens zu einer anderen Art als der des Homo sapiens von speziesistisch eingestellten Menschen als Grund dafür genommen wird, diese Wesen abzuwerten. So werden sie zugunsten des menschlichen Nutzens gequält und getötet. Die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund deren Spezieszugehörigkeit ist somit ein Vorurteil, das die Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren zur Folge hat.

Singer verwendet den Terminus Speziesismus analog zu den Begriffen Rassismus und Sexismus. Denn auch rassistische oder sexistische Einstellungen führen dazu, dass Lebewesen aufgrund biologischer Eigenschaften diskriminiert werden. Da diese Eigenschaften jedoch keinerlei moralische Bedeutung haben, ist es selbstverständlich Unrecht, einem Wesen Leid zuzufügen oder es zu töten, nur weil es nicht der eigenen Art angehört.

Nach Singer muss die Rücksichtnahme auf die Interessen eines Wesens nach dem Gleichheitsprinzip auf alle Lebewesen ausgedehnt werden – unabhängig davon, welches Geschlecht oder welche Hautfarbe dieses Lebewesen hat und ob es menschlich oder nichtmenschlich ist.

 

 

Karnismus – die Psychologie des Fleischessens

Die Sozialpsychologin Dr. Melanie Joy entwickelte die Theorie des Karnismus, der Psychologie des Fleischessens. Hierbei handelt es sich um eine Ideologie, die besagt, es sei normal, notwendig und natürlich, Tierprodukte zu konsumieren. Diese Ideologie stellt ein – für uns unsichtbares – gesellschaftliches Glaubenssystem dar, das kulturell geprägt ist. Durch unsere Überzeugungen haben wir keine Empathie für die ausgebeuteten Tierarten übrig und sind teilnahmslos gegenüber ihrem Leid.

Zudem gibt es einige Verteidigungsmechanismen, die dies verstärken und aufrechterhalten. Die Werbung suggeriert uns eine vermeintlich heile Welt bei der Erzeugung von Tierprodukten, die im Verborgenen stattfindet. Außerdem werden die Tiere nicht mehr als Individuen wahrgenommen. Wir nehmen dadurch das Tier, das für das Fleisch, die Eier oder die Milch gelitten hat, nicht mehr als solches wahr – gesehen wird nur noch die Ware oder die Mahlzeit. Und das, obwohl die meisten Menschen sich unwohl dabei fühlen, Tieren Leid zuzufügen. Zudem existieren einige Mythen, durch die die Tierausbeutung gerechtfertigt werden soll. Es wird z. B. behauptet, Fleisch zu essen sei natürlich und notwendig. Gut Informierte wissen, dass das nicht stimmt; wir benötigen gar keine Tierprodukte.

Die Basis des Karnismus ist die Gewalt gegen Tiere. Die soziale Norm, nichtmenschliche Lebewesen zu essen und auf ihren Nutzen für uns zu reduzieren, verhindert, dass wir diese Grausamkeit hinterfragen. Sie verhindert, diese ethische Problematik und die maßlose Ungerechtigkeit, die damit verbunden ist, zu sehen.

Doch man kann sich dessen bewusst werden – und erkennen, dass es nur gerecht ist, tierfreundlich zu konsumieren. Denn wir benötigen keine Tierprodukte und wollen selbst auch nicht ausgebeutet werden!

 

Tiere sind nicht für uns da, sondern mit uns hier!

Nur weil uns diese diskriminierenden Ideologien geprägt haben, bedeutet das nicht, dass wir weitermachen müssen wie bisher. Im Gegenteil: Wenn wir uns dieser Mechanismen bewusst sind, können wir uns ihnen entziehen und es in Zukunft besser machen. Indem wir Tierausbeutung vermeiden und vegan leben!

Da Tiere auch unter der Produktion von konventionellem Tierfutter für Hunde und Katzen leiden, solltest du auch über eine vegane Ernährung deiner Fellfreunde nachdenken. In unserem Shop findest du eine große Auswahl rein pflanzlicher Futtermittel.

*Zitat-Quelle:
Singer, Peter: Befreiung der Tiere. Eine neue Ethik zur Behandlung der Tiere. Übers. v. Elke vom Scheidt. München: Hirthammer, 1982, S. 26.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Wolfgang

    Gefällt mir sehr gut.
    Danke
    Mfg
    Wolfgang Aubel
    Gelsenkirchen

    1. admin

      Vielen Dank für das Kompliment! Freut mich sehr. (Ich habe den Artikel geschrieben.)
      Liebe Grüße
      Yvonne vom Team von love & peas

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